The Tetris Company, das Unternehmen hinter dem legendären Videospiel Tetris, hat öffentlich Stellung gegen ein von der Trump-Administration entwickeltes Spiel namens "Build the Wall" genommen. Das White-House-Spiel nutzt offenbar das Spielprinzip von Tetris und wird als ein politisches Spiel beworben, bei dem Spieler eine Mauer bauen sollen.

The Tetris Company betont, dass sie mit diesem Projekt nicht assoziiert sein möchte und dass kein Lizenzvertrag oder Genehmigung für die Nutzung des Tetris-Konzepts besteht. Dies ist keine Überreaktion, sondern eine legitime Reaktion auf eine mögliche Urheberrechtsverletzung. Tetris ist eine streng geschützte Marke, und die Spielmechanik unterliegt intellektuellem Eigentum.

Das bemerkenswerte an diesem Fall ist, dass die Urheberrechtsverletzung mutmasslich von einer Regierungsbehörde begangen wurde. Dies würde normalerweise zu rechtlichen Konsequenzen führen, aber die Tatsache, dass eine Regierung der USA beteiligt ist, macht die Durchsetzung kompliziert. Regierungen sind teilweise von Urheberrechtsgesetzgebung ausgenommen oder unterliegen anderen Regelungen.

Dennoch signalisiert die Stellungnahme von The Tetris Company eine klare Grenzziehung: Markenrechte und Urheberrechte sollen respektiert werden, unabhängig davon, wer das Objekt nachahmt. Die Ankündigung von rechtlichen Massnahmen ist ein übliches Instrument zur Wahrung von Rechten.

Für Schweizer Unternehmen ist dies ein Lehrstück über Marken- und Urheberrechtsschutz. Spielmechaniken, Grafiken und Charaktere sind schutzbar, und wer diese nutzen möchte, muss Lizenzen erwerben oder die Zustimmung des Rechtehalters einholen. Dies gilt unabhängig vom Zweck oder vom Status des Nutzers. Kleinen und mittleren Unternehmen wird empfohlen, bei der Entwicklung von eigenen Produkten sicherzustellen, dass keine etablierten Marken oder Urheberrechte verletzt werden.