Bei Microsoft Copilot, dem KI-Assistenten für die Microsoft-365-Suite, sollte eine neue Funktionalität eingeführt werden: eine Domain-Exclusion-Option. Diese hätte es Administratoren ermöglicht, bestimmte Datenquellen oder Domänen von der KI-Verarbeitung auszuschliessen. Dies ist technisch und datenschutzmässig relevant, da Unternehmen oft sensible Bereiche (etwa HR-Systeme, Finanzabteilungen oder Rechtsabteilungen) von der KI-gestützten Datenverarbeitung isolieren möchten.

Microsoft kündigte diese Funktion an, zog sie jedoch kurz darauf wieder zurück. Offizielle Begründungen sind nicht veröffentlicht. Das wirft mehrere Fragen auf: War die Funktion noch nicht ausreichend getestet? Gab es technische Hürden bei der Umsetzung? Oder spielten geschäftliche Überlegungen eine Rolle?

Für Administratoren und IT-Leiter ist dies ein irritierendes Signal. Einerseits zeigt es, dass Microsoft an Granularität und Kontrollmöglichkeiten arbeitet. Andererseits deutet der schnelle Rückzug auf ungelöste Probleme hin. Es bleibt offen, wann oder ob diese Funktion neu gelauncht wird, und in welcher Form.

Die Domain-Exclusion ist für viele Organisationen ein wichtiges Sicherheits- und Governance-Feature. Firmen, die Copilot im Enterprise-Umfeld einsetzen, müssen derzeit auf andere Mechanismen setzen (etwa strikte Berechtigungen oder Netzwerk-Isolation), um zu verhindern, dass die KI auf alle Daten zugreift. Ein natives Exclusion-Feature wäre eleganter und weniger fehleranfällig.

Für Schweizer KMU, die M365 nutzen und über den Einsatz von Copilot nachdenken, ist dies ein Anlass zur Vorsicht. Bevor Sie Copilot produktiv einsetzen, sollte klar sein, wie Sie Kontrolle über Datenflüsse behalten. Microsoft sollte hier bald Klarheit schaffen.