Die Konsolidierung im Bereich der Unternehmens-IT nimmt ein kritisches Stadium an. Der europäische Cloud-Verband äussert sich besorgt über Broadcoms Pläne, seine Einflusssphäre im Bereich der künstlichen Intelligenz zu erweitern. Der Hintergrund: Broadcom hat VMware übernommen und plant offenbar, diese Marktposition zu nutzen, um auch im wachsenden KI-Segment der Unternehmens-IT eine dominante Rolle einzunehmen.

Für europäische Unternehmen und Cloud-Anbieter ist dies ein ernstes Anliegen. Wenn ein einzelner Hersteller zu viel Kontrolle über kritische Infrastruktur und Technologien übernimmt, sinkt die Wahlfreiheit der Kunden. Sie werden zunehmend abhängiger von einem Anbieter und dessen Geschäftsbedingungen. Dies ist problematisch, wenn es um strategische Technologien wie Künstliche Intelligenz geht, die für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen entscheidend sind.

Der europäische Cloud-Verband plädiert für mehr Wettbewerb und Pluralität bei Enterprise-KI-Lösungen. Andernfalls droht eine Situation, in der Unternehmen, auch kleine und mittlere, weniger Alternativen haben und letztlich in Abhängigkeit von wenigen grossen Konzernen geraten. Dies widerspricht dem Gedanken einer digitalen Souveränität, die die Europäische Union anstrebt.

Für KMU ist dies besonders relevant, da sie weniger Verhandlungsmacht haben als Grosskonzerne. Wenn sie bei der Auswahl ihrer KI-Infrastruktur weniger Optionen haben, zahlen sie oft höhere Preise und haben weniger Flexibilität, ihre Lösungen an ihre spezifischen Geschäftsanforderungen anzupassen. Ein wettbewerbsfähiger Markt mit mehreren innovativen Anbietern kommt hingegen allen Unternehmen zugute: durch bessere Preise, mehr Innovation und grössere Unabhängigkeit.