Die Integration von Kameratechnik und künstlicher Intelligenz in tragbare Geräte wirft immer mehr Fragen zum Datenschutz auf. Der nun veröffentlichte Datenschutzbericht behandelt ein zentrales Problem: Smart Glasses wie die Meta Ray-Ban Modelle bergen erhebliche DSGVO-Risiken, die vielen Nutzern nicht bewusst sind.

Das Kernproblem liegt in der Haushaltsausnahme des Datenschutzes. Diese Regelung soll Privatpersonen schützen, die für rein persönliche oder familiäre Aktivitäten Daten verarbeiten, ohne dabei unter das Datenschutzgesetz zu fallen. Allerdings hat die Rechtsprechung eine klare Grenze gezogen: Sobald eine Brille systematisch unbeteiligte Dritte filmt oder deren Bilder erfasst, handelt es sich nicht mehr um eine rein private Aktivität. Der Nutzer wird dann zur verantwortlichen Person und kann rechtlich belangt werden.

Die zweite Komponente betrifft Metas KI-Training. Wenn Nutzer ihre Aufnahmen für das Training von Künstlicher Intelligenz freigeben oder aktivieren, vereinigen sich zwei kritische Faktoren: Einerseits wird die Haushaltsausnahme aufgehoben, andererseits handelt es sich um automatisierte Datenverarbeitung im grösseren Stil. Dies unterwirft die Aktivität vollständig der DSGVO, und der Brillenträger wird zur verantwortlichen Stelle für jeden erfassten Dritten.

Besonders kritisch ist die Situation in der EU und der Schweiz, wo die DSGVO beziehungsweise ähnliche strenge Datenschutzgesetze gelten. Ein Brillennutzer, der in einem Café, auf der Strasse oder in einem Geschäft Menschen unbewusst filmt, kann von diesen Personen auf Schadensersatz verklagt werden. Die Begründung: Der Brillenträger hat personenbezogene Daten unberechtigt verarbeitet und damit das Persönlichkeitsrecht verletzt.

Für Unternehmen und Privatpersonen, die solche Geräte nutzen möchten, ergibt sich eine kritische Handlungsanforderung. Vor der Nutzung sollte geklärt werden, ob die Kamera deaktiviert werden kann oder ob explizite Einwilligungen Dritter notwendig sind. Im geschäftlichen Kontext können solche Geräte zu reputationalen Schäden führen, wenn Mitarbeiter oder Kunden ungewollt aufgezeichnet werden.

Der Bericht macht deutlich: Die Technologie entwickelt sich schneller als die Rechtssicherheit. Unternehmen sollten ihre Richtlinien überprüfen und ihre Mitarbeiter schulen, um Haftungsrisiken zu minimieren.