Die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt werden zunehmend messbarer. Eine umfassende Studie aus den USA analysierte die Startgehälter von College-Absolventen der letzten Jahre und fand ein konsistentes Muster: Wer sein Studium in einem Bereich absolvierte, in dem KI-Technologien bereits weit verbreitet sind, muss mit erheblichen Gehaltseinbussem rechnen.
Die genauen Branchen, die am stärksten betroffen sind, umfassen Software-Entwicklung, Datenanalyse, Grafik-Design, einfache Programmieraufgaben und Kundenservice. In allen diesen Bereichen haben KI-Systeme in den letzten Jahren massive Fortschritte gemacht und können viele Tätigkeiten teilweise oder ganz automatisieren. Absolventen, die in diesen Feldern ein Angebot erhielten, mussten mit deutlich tieferen Startgehältern rechnen als noch vor drei bis fünf Jahren.
Das Phänomen lässt sich durch mehrere Faktoren erklären. Erstens sinkt das Lohniveau tendenziell, wenn das Angebot an qualifizierten Fachkräften steigt, während die tatsächliche Nachfrage nach menschlicher Arbeit sinkt, weil Maschinen ein grosses Teil übernehmen. Zweitens werden Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber aggressiver bei Lohnverhandlungen, wenn sie wissen, dass viele Aufgaben auch KI-Systeme ausführen könnten. Drittens verschieben sich die Anforderungen: Es werden weniger Routinearbeiter benötigt, sondern eher Spezialisten für KI-Implementierung und -Überwachung.
Für Schweizer IT-Dienstleister und KMU ist diese Entwicklung relevant. Sie verstärkt den Druck auf Lohnstrukturen und zeigt, dass traditionelle IT-Positionen unter Druck geraten. Gleichzeitig entstehen neue, besser bezahlte Rollen in der KI-Governance, im Prompt Engineering und in der ethischen KI-Entwicklung. Unternehmen müssen ihre Talentmanagement- und Lohnstrategien anpassen, um sowohl für klassische IT-Fachkräfte als auch für KI-Spezialisten attraktiv zu bleiben. Dies unterstreicht auch die Bedeutung von kontinuierlichem Learning und Upskilling für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in technischen Berufen.
