Die Europäische Union hat mit dem Kids Act ein umfassendes Regelwerk geschaffen, das den Schutz von Kindern im digitalen Raum deutlich verschärft. Während viele von Altersverifikation in sozialen Medien ausgehen, erstreckt sich die Verordnung tatsächlich auf ein viel breiteres Spektrum digitaler Dienste.
Das Regelwerk betrifft App-Stores wie Apple App Store und Google Play Store, Gaming-Plattformen wie Steam oder Epic Games Store, Videoplattformen wie YouTube, sowie Porno- und anderen Unterhaltungsseiten. Alle diese Dienste müssen nun stringente Mechanismen implementieren, um zu verhindern, dass Minderjährige Zugang zu altersungeeigneten Inhalten erhalten.
Die Anforderungen sind technisch anspruchsvoll: Altersverifikation muss zuverlässig funktionieren, ohne dass es zu zu vielen falschen Ablehnungen kommt. Gleichzeitig müssen Datenschutzvorgaben eingehalten werden, damit die Verifikation nicht zu exzessiver Datensammlung führt. Viele Dienstanbieter müssen ihre bestehenden Systeme umgestellen oder völlig neue Mechanismen entwickeln.
Für Entwickler und kleinere Anbieter bedeutet dies erhebliche Compliance-Anforderungen. Sie müssen überprüfen, ob ihre Apps und Services mit dem Kids Act konform sind, und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.
Auch für Schweizer KMU im IT- und Softwarebereich ist dies relevant: Sollten sie Dienste anbieten, die auch europäische Nutzer erreichen, müssen sie die Kids-Act-Anforderungen erfüllen. Dies gilt insbesondere für App-Entwickler, Gaming-Studios oder Plattform-Betreiber. Die Anforderungen können erhebliche Entwicklungskosten verursachen, bieten aber auch die Chance, sich als vertrauenswürdiger Anbieter zu positionieren.
