Apple zeigt eine widersprüchliche Strategie bei der Aufrüstbarkeit seiner Mac-Mini-Computer. Das aktuelle Modell mit M4-Prozessor ermöglichte es erstmals, die NAND-Speichermodule selbst auszutauschen. Dies war eine willkommene Abkehr von Apples typischer Praxis des vollständig verlöteten Speichers. Diese Ausnahme bleibt nun aber eine Ausnahme: Die kommenden Generationen mit M5 Pro und M6 werden wieder vollständig verlötete Speicherkonfigurationen haben.

Das bedeutet für Käufer praktisch folgendes: Wer später mehr Arbeitsspeicher oder Festplattenspeicher benötigt, kann diese nicht nachrüsten. Man müsste den ganzen Computer ersetzen. Dies zwingt zum Aufpreis beim Kauf, wenn man nicht genau weiss, welche Anforderungen die Zukunft bringt.

Aus Nachhaltigkeits- und Reparaturbarkeitsperspektive ist dies problematisch. Ein Gerät, das sich nicht aufrüsten lässt, wird schneller zu E-Schrott, wenn es die zukünftigen Anforderungen nicht erfüllt. In der Schweiz und der EU gibt es zunehmend Regulierungen und öffentliche Debatten zu Recht auf Reparatur und zu Elektronik-Nachhaltigkeit.

Allerdings gibt es auch wirtschaftliche Gründe für Apples Haltung: Mit verlötetem Speicher kann Apple die Preisstruktur kontrollieren und Kunden dazu bewegen, bereits beim Kauf in höhere Konfigurationen zu investieren. Das ist aus Apples Perspektive rentabel, aus Kundensicht aber teuer.

Für Unternehmen, die Mac Minis als Workstations oder Server nutzen, wird dies ein Einkaufskriterium. Entweder man kauft das M4-Modell, solange es verfügbar ist, oder man wechselt zu Alternativen wie Linux-Systemen oder anderen Hardware-Anbietern, die Aufrüstbarkeit bieten. Dies könnte langfristig mehr Unternehmen zu offenerer Hardware bewegen.