Eine neue Umfrage zur IT-Sicherheit in Unternehmen deckt ein kritisches Sicherheitsparadoxon auf: Führungskräfte nutzen KI-Tools wie ChatGPT und ähnliche Systeme zunehmend im beruflichen Alltag, ignorieren dabei aber oft erhebliche Datenschutzrisiken. Dies ist besonders brisant, da diese Personen gerade Entscheidungsträger sind, die Sicherheitsrichtlinien definieren sollten.

Die Studie zeigt erhebliche Unterschiede zwischen der Nutzung von KI und dem tatsächlichen Bewusstsein für Sicherheitsaspekte. Viele Anwender geben ein eher niedriges Sicherheitsbewusstsein preis, wenn es um die Eingabe vertraulicher Daten in KI-Systeme geht. Das Problem: KI-Tools können diese Daten für das Modelltraining verwenden oder in Zukunft ähnliche Anfragen anderer Nutzer beantworten.

Ein typisches Szenario: Ein Manager kopiert eine Geschäftsstrategie in ChatGPT, um diese zusammenzufassen. Ein anderer nutzt KI zur Analyse interner Personaldaten. Diese Informationen verlassen damit das Unternehmen und sind im KI-Modell mit Millionen anderen Daten vermischt. Im schlimmsten Fall könnten Konkurrenten über ähnliche Anfragen Zugang zu diesen Informationen erhalten oder der KI-Anbieter selbst greift auf diese Daten zu.

Die Implikation für den Datenschutz (und damit auch für die Compliance mit der DSGVO) ist erheblich. Unternehmen, die KI-Nutzung nicht reglementieren, setzen sich erheblichen Haftungsrisiken aus. Besonders KMU sollten daher:

Klare Richtlinien zum Einsatz von KI-Tools etablieren, die klar definieren, welche Daten eingegeben werden dürfen und welche nicht. Enterprise-Lösungen mit entsprechenden Datenschutzgarantien bevorzugen. Schulungsangebote für Mitarbeiter, besonders für Management, ausbauen. Regelmässige Audits durchführen, um die Einhaltung dieser Richtlinien zu überprüfen.