Die Infrastruktur für das Internet ist auch heute noch zu grossen Teilen auf unterseische Seekabel angewiesen. Grosse Tech-Konzerne investieren kontinuierlich in deren Ausbau, um die wachsenden Datenmengen zwischen Kontinenten zu bewältigen. Meta und der französische Telekommunikationsanbieter Orange kündigen nun ein ehrgeiziges Projekt an: das Seekabel Petal soll USA und Europa miteinander verbinden und dabei eine Reihe von technischen Neuerungen nutzen.
Das besondere Merkmal von Petal ist die Verwendung von Multicore-Fasertechnologie in grösserem Umfang. Im Gegensatz zu klassischen Glasfaserkabeln, die aus einer oder wenigen Fasern bestehen, nutzen Multicore-Kabel mehrere Kerne pro Kabel, ähnlich wie Mehrader-Kupferkabel. Dies ermöglicht es, deutlich mehr Daten gleichzeitig über eine einzelne Leitung zu transportieren. Nach bisherigen Angaben soll sich die Kapazität durch diese Technologie gegenüber bisherigen Meta-Seekabeln verdoppeln.
Ein solches Unterfangen ist komplex und kapitalintensiv. Lange Seekabel müssen robust gegen Meeresströmungen, Korrosion und physikalische Beschädigungen sein. Gleichzeitig erfordern die extrem hohen Datenraten (im Terabits-pro-Sekunde-Bereich) innovative optische Komponenten und Verstärkertechnologien. Orange bringt dabei sein Fachwissen als etabliertes Telekommunikationsunternehmen ein, während Meta als riesiger Nutzer von internationaler Bandbreite ein starkes Interesse an zuverlässiger und leistungsstarker Infrastruktur hat.
Für KMU und mittelständische IT-Dienstleister ist diese Entwicklung vor allem indirekt relevant: Bessere transatlantische Verbindungen führen zu stabileren und schnelleren Datenverbindungen für internationale Geschäftsbeziehungen. Wer Kunden in Nordamerika hat oder Cloud-Services über atlantische Verbindungen nutzt, profitiert langfristig von solchen Infrastrukturinvestitionen. Zudem zeigt es, wie wichtig etablierte und neue Technologien für die globale digitale Wirtschaft sind.
