Ein Paradoxon prägt die aktuelle Situation in vielen Unternehmen: Während die Gesamtbudgets für Informationstechnologie nominell steigen, wird das verfügbare Geld für strategische Investitionen knapper. Der Grund liegt in den explodierenden Kosten für Softwarelizenzen und neuerdings auch für KI-Token. Diese laufenden Ausgaben verschlingen einen immer grösseren Anteil des IT-Budgets und lassen wenig Spielraum für Modernisierung und Sicherheitsinvestitionen.

Besonders problematisch ist diese Entwicklung für KMU, die nicht über die Verhandlungsmacht grosser Konzerne verfügen. Enterprise-Software wird zunehmend im Abonnementmodell verkauft, und die Pricing-Mechaniken sind oft opaque und schwer zu kontrollieren. Hinzu kommt der Boom von KI-Technologien, bei denen Unternehmen für Computerkraft und API-Calls (sogenannte Tokens) bezahlen müssen. Bei intensiver Nutzung können diese Kosten schnell mehrstellig monatlich ausfallen.

Die Folge dieser Budgetverzerrung ist gravierend. Investitionen in moderne, sichere Infrastruktur werden aufgeschoben. Systeme, die dringend aktualisiert oder ersetzt werden sollten, bleiben im Betrieb, weil kein Geld für die Modernisierung da ist. Auch Sicherheitsmassnahmen, die nicht unmittelbar obligatorisch sind, werden unterfinanziert. Dies führt zu technischer Verschuldung und erhöhtem Cyberrisiko.

Für betroffene Unternehmen ist es wichtig, diese Kostenentwicklung proaktiv zu managen. Lizenzaudits, Verhandlungen mit Anbietern und eine kritische Bewertung von Abonnementdiensten sind notwendig. Gleichzeitig sollte eine klare Budgetplanung sicherstellen, dass trotz laufender Kosten ausreichend Mittel für Modernisierung und Sicherheit zur Verfügung stehen. Open-Source-Alternativen können in vielen Bereichen eine kosteneffiziente Option darstellen und sollten systematisch evaluiert werden.