Die Europäische Kommission erkundet Möglichkeiten, ihre Abhängigkeit von Microsoft Teams zu reduzieren und die digitale Souveränität Europas zu stärken. Im Rahmen dieses Vorhabens wird Element Pro, ein auf dem Matrix-Protokoll basierender Messaging- und Kommunikationsdienst, als potenzielle Alternative getestet.
Element Pro ist eine europäische Lösung, die offene Standards verwendet und damit unabhängiger von amerikanischen Technologiekonzernen ist. Dies spricht für die strategische Ausrichtung der EU, ihre digitale Infrastruktur zu kontrollieren und nicht von externen Anbietern abhängig zu sein.
Jedoch berichten einige EU-Mitarbeiter, die Element Pro im Test nutzen, von kritischen Problemen und Schwächen der Software. Details zu diesen Kritikpunkten werden nicht im Einzelnen genannt, aber die allgemeine Einschätzung ist negativ. Dies könnte bedeuten, dass die Benutzerfreundlichkeit nicht mit Teams konkurriert, dass Funktionen fehlen oder dass die Stabilität Fragen aufwirft.
Solche Pilotprojekte sind typisch im Prozess der Evaluierung neuer Enterprise-Lösungen. Die Ergebnisse dieser Tests sind entscheidend dafür, ob Alternative realistische Optionen darstellen können. Eine bloss politisch gewollte Ablösung von Microsoft ohne funktionierende Alternativen ist für Organisationen keine Option.
Für Schweizer IT-Dienstleister und ihre KMU-Kunden ist dieses Thema relevant, da es zeigt, dass der Druck zur Förderung europäischer und Cloud-Lösungen wächst. Falls die EU Element Pro oder ähnliche Systeme adoptiert, könnten diese auch für Schweizer Organisationen interessant werden, insbesondere wenn Datenschutz und Unabhängigkeit von Priorität sind. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Element Pro seine Defizite beheben kann oder ob andere europäische Alternativen stärker werden.
