Die Europäische Kommission hat den Auftrag für die Umsetzung von Iris² an OHB (Orbital Hightech Bremen) vergeben, einen führenden europäischen Raumfahrttechnik- und Systemintegrator. Iris² ist ein strategisches Infrastruktur-Projekt der EU, das ein eigenständiges europäisches Satelliten-Kommunikationsnetz aufbauen soll. Der Vertrag hat ein Volumen im zweistelligen Milliardenbereich.

Das Ziel von Iris² ist es, Europa unabhängiger von amerikanischen oder chinesischen Kommunikationssatelliten zu machen. Das Netz soll Hochgeschwindigkeits-Internetverbindungen auch in abgelegene Regionen bringen sowie sichere Kommunikation für Behörden, Militär und Infrastruktur bereitstellen. Sicherheit ist dabei ein Kernaspekt: Ein europäisches Netz bedeutet, dass Daten nicht abhängig von ausländischen Providern sind.

OHB wird Konsortium-Partner koordinieren und das Netzwerk entwickeln, bauen und betreiben. Das Projekt umfasst den Start von Hunderten von Satelliten in verschiedenen Orbits sowie die notwendige Bodeninfrastruktur. Geplante Fertigstellung ist die Mitte der 2030er Jahre.

Für die europäische IT- und Telekommunikations-Branche hat dies mehrere Auswirkungen. Erstens entsteht eine neue, von Europa kontrollierte Telekommunikations-Infrastruktur, was Redundanz und Unabhängigkeit schafft. Zweitens entstehen Chancen für europäische IT-Dienstleister und Systemintegratoren in der Wertschöpfungskette. Drittens unterstreicht Iris² die politische Priorität europäischer Cyberresilienz und digitaler Souveränität.

Für KMU-IT-Dienstleister in der EU könnte sich langfristig ein neuer Markt für spezialisierte Satelliten-Kommunikationslösungen öffnen. Gleichzeitig signalisiert das Projekt eine stärkere Fokussierung auf unabhängige europäische digitale Infrastruktur, was auch andere Regelungen und Förderprogramme beeinflussen könnte.