Britische App-Entwickler haben eine Klage gegen Apple eingereicht, die sich auf die sogenannte App Tracking Transparency (ATT) Funktion bezieht. Diese Funktion, die Apple in iOS eingeführt hat, erlaubt Nutzern einfach einzustellen, dass Apps sie nicht über Apps hinweg verfolgen dürfen. Die Entwickler argumentieren, dass dies Apples eigenem Tracking-System einen unfairen Vorteil verschafft.
Die Klage wird auf mehrere Milliarden Euro beziffert und wird von einer Gruppe von Softwareentwicklern eingereicht, die stark von Werbetracking und Nutzerdaten-Aggregation abhängig sind. Deren Geschäftsmodell basiert oft darauf, dass sie Nutzerverhalten über mehrere Apps hinweg analysieren können, um präzise Werbung zu platzieren. Mit der ATT-Funktion wird dies erheblich erschwert, da die meisten Nutzer, nachdem sie die Wahl erhalten, das Tracking ablehnen.
Der Kern der Argumentation ist ein klassisches Wettbewerbs-Argument: Apples eigene Tracking- und Werbe-Fähigkeiten sind von ATT nicht betroffen, da Apple als Plattformbetreiber andere Datenquellen nutzt. Dadurch entsteht ein Wettbewerbsvorteil für Apple gegenüber Drittanwendern, die auf explizites Tracking angewiesen sind. Ähnliche Argumente wurden bereits von verschiedenen Marktwächtern und Regulatoren vorgebracht.
Dies ist ein Beispiel dafür, wie sich Tech-Regulierung immer mehr auch in den Privatsektor auswirkt. Für KMU, die Apps entwickeln oder werbegestützte Modelle nutzen, ist relevant zu verstehen, dass die Datenschutz-Regulierung global und auf Plattformebene stattfindet. Unternehmen sollten nicht zu sehr auf die Fähigkeit des Nutzertrackkings verlassen, sondern alternative Geschäftsmodelle wie Abonnements oder datenschutzfreundliche Analysen in Betracht ziehen. Dies ist langfristig robuster und weniger anfällig für regulatorische Veränderungen.
