Kalifornien hatte ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das den Betreibern von Online-Plattformen auferlegt hätte, das Alter ihrer Nutzer zu überprüfen. Dies sollte Kinder vor bestimmten Inhalten schützen. Das Gesetz hätte jedoch auch auf Open-Source-Distributionen und deren Repositories angewendet werden können, was zu erheblichen praktischen Problemen führte.

Linux-Distributionen, Package-Manager und Open-Source-Repositories hätten theoretisch ihre Nutzer identifizieren und überprüfen müssen. Das ist technisch schwierig, widerspricht der Kultur von Open Source und hätte möglicherweise die Freiheit und Zugänglichkeit dieser Systeme stark eingeschränkt. Viele Entwickler und Organisationen haben gegen diese Regelung mobilisiert, da Open-Source-Software die technische Grundlage der digitalen Infrastruktur bildet.

Der kalifornischen Legislatur ist dieses Problem nicht entgangen. Sie hat nachgebessert und eine Ausnahme für Open Source geschaffen. Die Ausnahme gilt nicht nur für Linux selbst, sondern auch für Bibliotheken, Paketmanager und andere Open-Source-Infrastruktur. Dies bedeutet, dass diese Projekte weiterhin frei zugänglich bleiben und ihre dezentralisierte Natur behalten können, ohne komplexe und teilweise unmögliche Altersverifizierungsmechanismen implementieren zu müssen.

Für Unternehmen und Entwickler ist dies eine wichtige Erleichterung. Die Freiheit von Open-Source-Software und deren Nutzbarkeit für Bildung, Forschung und kommerzielle Zwecke bleibt erhalten. Die Unterstützung durch Regulatoren für den besonderen Status von Open Source ist ein positives Signal dafür, dass Gesetzgeber die Besonderheiten dieser kritischen Infrastruktur anerkennen.