Es gibt ein verbreitetes Missverständnis in der Breitband-Politik und in Unternehmen: Dass Mobilfunk-Technologien wie 5G und LTE, oder neuerdings auch Satelliteninternet wie Starlink, einen vollständigen Ersatz für Glasfaseranschlüsse darstellen könnten. Ein aufschlussreiches Video-Beitrag von heise erklärt, warum dieser Trugschluss problematisch ist.

Glasfaser bietet fundamentale Vorteile, die Funk-Technologien nicht erreichen: Höhere Bandbreiten, niedrigere Latenzen, stabilere Verbindung und höhere Zuverlässigkeit. Diese sind nicht nur für Consumer-Anwendungen wichtig, sondern besonders für Geschäftskunden kritisch. Ein KMU, das auf Cloud-Services oder Videokonferenzen angewiesen ist, kann nicht mit sporadischen Verbindungsabbrüchen leben, die bei 5G oder Satellite-Internet auftreten können.

Starlink verspricht Breitband für entlegene Gebiete, aber die Latenz und Zuverlässigkeit sind nicht auf dem Niveau von Glasfaser. 5G und LTE sind prima für mobile Endgeräte, aber für stationäre Infrastruktur (Bürogebäude, Industrie, Schulen) sind sie nicht das Nonplusultra. Sie sind auch begrenzt in der verfügbaren Bandbreite pro Gebiet.

Für Kommunalpolitik und Breitband-Planung ist dies ein wichtiger Punkt: Glasfaser-Ausbau sollte nicht als "veraltet" oder "unnötig" abgeschrieben werden, nur weil alternative Technologien verfügbar sind. Für Unternehmen bedeutet dies: Bei der Wahl von Standorten sollte Glasfaser-Verfügbarkeit ein berücksichtigtes Kriterium sein. Eine zuverlässige Internetverbindung ist im digitalen Zeitalter eine Geschäftskritische Infrastruktur, und Glasfaser ist der zuverlässigste Weg, diese zu realisieren.