Die geplante europäische Satellitenkonstellation Iris² wird auf standardisierte 5G-Technologie für nicht-terrestrische Netzwerke setzen. Dies ist ein bedeutsamer Schritt, der europäische Satellitennetze näher an die etablierten Mobilfunk-Standards heranbringt.
Das europäische Projekt Iris² entsteht als Reaktion auf den globalen Erfolg von SpaceX' Starlink und anderen kommerziellen Mega-Konstellationen. Im Gegensatz zu rein proprietären Systemen soll Iris² auf offenen Standards basieren, die international vereinbart und nicht von einem einzelnen Unternehmen kontrolliert werden.
Die Entscheidung, den 5G-Standard NTN (Non-Terrestrial Networks) zu nutzen, hat mehrere Vorteile. Sie ermöglicht nahtlose Handovers zwischen Satelliten- und bodengestützten Netzwerken, erhöht die Interoperabilität und ermöglicht es Gerätehersteller, Single-Chip-Lösungen zu entwickeln, die beide Netztypen gleichzeitig unterstützen. Zudem basiert Iris² damit auf einem internationalen Standard, was Sicherheit und langfristige Kompatibilität erhöht.
Für Unternehmungen in Europa bedeutet dies mittelfristig neue Optionen für Konnektivität in ländlichen oder abgelegenen Regionen sowie potenzielle Redundanz für kritische Kommunikation. KMU mit dezentralisierten Standorten könnten von verbesserten Satellitenanbindungen profitieren. Auch die geografische Unabhängigkeit von terrestrischen Netzwerkinfrastrukturen könnte für bestimmte Anwendungen attraktiv werden. Besonders relevant ist dies für Firmen in Schweizer Bergregionen oder für mobile Einsätze, wo 5G-Abdeckung begrenzt ist.
