Deutsche IT-Leiter stehen vor einer widersprüchlichen Situation: Ihre IT-Budgets wachsen, doch die Anforderungen und Risiken wachsen noch schneller. Eine neue Befragung von Chief Information Officers offenbart klare Prioritäten in einer zunehmend angespannten Sicherheitslage.

Die Investitionen konzentrieren sich auf zwei Kernthemen. Erstens Cybersecurity: Angesichts wachsender Bedrohungen durch Ransomware, verlorene Daten und regulatorische Anforderungen wie NIS2 werden Sicherheitsmassnahmen massiv ausgebaut. CIOs finanzieren Intrusion-Detection-Systeme, Endpoint-Protection, Backup-Strategien und Sicherheits-Personal. Das ist verständlich, denn ein Sicherheitsvorfall kann ein KMU existenziell gefährden.

Zweiter Schwerpunkt ist die Modernisierung: Viele Unternehmen betreiben noch Systems aus den 2000er oder frühen 2010er Jahren. Diese erfordern grosse Wartungskosten, sind sicherheitstechnisch problematisch und verhindern, dass Unternehmen moderne Technologien wie Cloud, KI oder automatisierte Workflows nutzen können. CIOs investieren daher in Migrationen zu neueren Plattformen, etwa Cloud-Infrastruktur oder moderne Enterprise-Software.

Für KMU sind diese Trends ein Signal: Cybersicherheit ist nicht optional und sollte ein fester Haushaltsposten sein, nicht erst, wenn es einen Vorfall gibt. Zugleich sollte jedes Unternehmen mittelfristig einen Plan haben, wie veraltete Systeme Schritt für Schritt erneuert werden. Dies kann durch Cloud-Migration, modulare SaaS-Lösungen oder schrittweise Aufrüstung erfolgen. Die gute Nachricht ist, dass Budgets vorhanden sind, die schlechte, dass der Druck wächst, diese wirtschaftlich und sicherheitstechnisch intelligent einzusetzen.