Apple wirbt damit, dass iCloud Private Relay Nutzer schützt, wenn sie im Safari-Browser im Internet unterwegs sind. Der kostenpflichtige Service soll DNS-Anfragen und IP-Adressen maskieren, um Nachverfolgung zu erschweren. Doch Sicherheitsforscher haben mehrere Wege gefunden, wie Webseiten und Netzwerk-Überwacher trotzdem die Aktivitäten von Nutzern zurückverfolgen können.
Das Problem liegt in verschiedenen technischen Details. Obwohl der DNS-Verkehr verschlüsselt läuft, gibt es andere Protokolle und Browser-Funktionen, die Standorts- oder Nutzer-Signale verraten. Manche Webseiten können beispielsweise durch Timing-Analysen oder spezifische HTTP-Header erkennen, wer sie besucht. In anderen Fällen nutzen Web-APIs automatisch Lokalisierungs-Daten, die nicht von Private Relay geschützt werden.
Der Hintergrund ist komplex: Safari bietet verschiedene Funktionen wie Geolocation, Magnetometer-Daten und andere Sensoren, die Webseiten Zugriff geben. Private Relay schützt nur die Network-Ebene, nicht aber diese browsergestützten Signale. Das ist für viele Nutzer überraschend, die davon ausgehen, dass der kostenpflichtige Service vollständigen Schutz bietet.
Für KMU und ihre Mitarbeiter ist dies relevant, wenn sie Safari auf Apple-Geräten nutzen und von dem Datenschutz-Service Gebrauch machen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Private Relay nur einen Teil der Nachverfolgung verhindert. Wer wirklich anonym surfen möchte, muss zusätzliche Massnahmen ergreifen, etwa Tracking-Schutz im Browser-Menü aktivieren, Standortberechtigung für Webseiten deaktivieren oder VPN-Dienste nutzen, die alle Verbindungen chiffrieren.
