Amazon Prime Video experimentiert mit neuer KI-Technologie, um das klassische Problem der Synchronisation von Film und Fernsehen zu lösen. Statt nur die Tonspur zu übersetzen und neu einzusprechen, nutzt das Unternehmen nun Künstliche Intelligenz, um die Lippenbewegungen der Schauspieler in der Videoaufnahme an die neue Sprachversion anzupassen.

Das Verfahren lädt die visuellen Aufnahmen in ein KI-Modell, das die Lippenbewegungen analysiert und dann so transformiert, dass sie synchron mit der neuen Ton-Fassung wirken. Dies schafft eine natürlichere und immersivere Zuschauererfahrung im Vergleich zum klassischen Dubbing, bei dem oft deutlich wird, dass Mund und Ton nicht zusammenpassen.

Der erste praktische Test findet mit der deutschen Serie "Maxton Hall" statt, die auf Prime Video zunächst in der englischen Fassung mit KI-angepasster Lippensynchronisation veröffentlicht wird. Dies könnte ein Vorbote für grössere Veränderungen in der Medienproduktion und -distribution sein.

Für Schweizer IT-Dienstleister ist diese Entwicklung unter mehreren Aspekten relevant. Erstens zeigt sie, wie KI in komplexen kreativen Prozessen eingesetzt wird, um traditionelle Workflows zu optimieren. Zweitens entstehen dadurch auch neue Fragen bezüglich Urheberrecht und Persönlichkeitsrechten: Können Schauspieler gegen die KI-Modifikation ihrer Gesichtszüge Einwand erheben? Drittens bietet sich für Dienstleister die Gelegenheit, ihre Kunden in der Media- und Entertainment-Branche über diese neuen Möglichkeiten und deren Implikationen zu beraten. Es ist zu erwarten, dass ähnliche KI-Technologien in Zukunft bei verschiedensten Produktionen Anwendung finden werden.