Die Lieferkette für KI-Halbleiter und spezialisierte Prozessoren läuft weiterhin unter Volllast, trotz periodischer Meldungen über eine mögliche Marktabkühlung. Aktuelle Einschätzungen von Zulieferunternehmen deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach KI-Rechenpower bei Technologiekonzernen, Cloud-Anbietern und Forschungseinrichtungen unvermindert hoch bleibt.
Der Hintergrund ist nachvollziehbar: Grosse Sprachmodelle benötigen zur Training und zum Inference enorme Mengen spezialisierter Hardware, insbesondere GPUs und TPUs. Diese sind nicht beliebig verfügbar und erfordern Monate Vorlaufzeit. Unternehmen, die in KI investieren möchten, müssen Bestellungen oft Jahre im Voraus planen. Dies führt zu einer grundlegenden Trägheit in der Lieferkette.
Zugegeben gibt es Signale, die von Konsolidierung sprechen: Manche Marktteilnehmer berichten von optimierteren Modellen, die weniger Rechenpower benötigen, oder von Preisdruck bei Rechenresourcen. Doch diese Faktoren führen nicht zu Nachfrageeinbruch, sondern eher zu Effizienzverschiebungen. Wer KI-Infrastruktur günstiger betreiben kann, investiert dies oft in noch grössere Systeme.
Für Schweizer Betriebe, die selbst KI-Infrastruktur planen oder als Dienstleister anbieten, ist dies relevant: Die Hardware-Lieferkette bleibt angespannt. Projekte, die spezialisierte Chips benötigen, sollten frühzeitig geplant werden. Parallel sollten Betriebe alternative Architekturlösungen evaluieren: vielleicht lässt sich das Problem auch mit Quantisierung bestehender Modelle, Edge-Computing oder Cloud-APIs lösen, statt im Haus zu skalieren. Flexibilität bei der Wahl der Rechenplattform kann Engpässe vermeiden.
