Öffentliche Auftraggeber in Deutschland und Europa werden in den kommenden zwei Jahren vor einer grossen Herausforderung stehen: Tausende von IT-Verträgen laufen aus und müssen neu ausgeschrieben werden. Eine aktuelle Analyse offenbart die Dimension dieses Phänomens und die Chancen, die sich daraus ergeben.

Dies ist eine Konsequenz aus früheren IT-Entscheidungen. Viele Behörden und öffentliche Institutionen haben in der Vergangenheit mehrjährige Verträge mit IT-Dienstleistern geschlossen, oft für Standardlösungen wie SAP oder andere Enterprise-Software. Diese Verträge enden jetzt alle in einem engen Zeitfenster. Das bedeutet: 2027 und 2028 werden Boomjahre für Neuausschreibungen.

Für öffentliche Auftraggeber stellt dies eine Managemtaufgabe dar: Sie müssen ihre IT-Landschaften analysieren, Anforderungen neu definieren, Ausschreibungen vorbereiten und Angebote bewerten. Dies erfordert interne Expertise und externe Beratung. Für IT-Service-Provider und Lösungsanbieter ist dies ein goldenes Fenster: Eine beispiellose Anzahl von Ausschreibungen bietet Chancen, neue Kunden zu gewinnen oder bestehende Verträge zu erneuern.

Besonders für KMU, die als Sub-Auftragnehmer oder spezialisierte Lösungsanbieter tätig sind, ergeben sich Chancen. Die grossen Systemintegratoren werden überlastet sein, und Behörden werden gezwungen sein, auch kleinere, spezialisierte Anbieter in Betracht zu ziehen. Dies ist der Moment, um seine Fähigkeiten als IT-Dienstleister im öffentlichen Sektor zu positionieren. Unternehmen sollten bereits jetzt ihre Angebote überprüfen, ihre öffentliche Beschaffungs-Expertise aufbauen und sich auf diese Welle vorbereiten.