Synchronisation ist ein aufwändiger Prozess: Wenn Filme und Serien in andere Sprachen übersetzt werden, müssen Sprecher ihre Dialoge einsprechen, und die Zeiten müssen mit der Bildschirmhandlung synchronisiert werden. Oftmals entstehen Unstimmigkeiten: Die Lippenbewegungen der Original-Schauspieler passen nicht exakt zu den synchronisierten Dialogen. Das ist besonders offensichtlich bei filmischen Close-ups und beeinträchtigt die Zuschauererfahrung.

Amazon hat einen Weg gefunden, dieses Problem mit künstlicher Intelligenz zu lösen: Das Streaming-Unternehmen manipuliert die Lippenbewegungen der Schauspieler nachträglich. Die KI analysiert die Original-Aufnahmen und passt die Bewegungen der Lippen an die neue Sprachspur an. Das Ergebnis soll natürlicher wirken, als wenn die Lippen nicht mit dem Audio synchron sind.

Dies ist ein Beispiel für eine praktische, kundenfreundliche Anwendung von KI-Technologie in der Medienbranche. Es ist jedoch auch ein Beispiel für die zunehmende Manipulation von Video-Inhalten durch Algorithmen. Die Technologie könnte auf ähnliche Weise für weniger ethische Zwecke eingesetzt werden, etwa um Falschinformationen zu erstellen oder Personen in Inhalten zu manipulieren, denen sie nicht zugestimmt haben.

Für KMU im Medien- und Unterhaltungsbereich könnte dies relevant sein: Sollte diese Technologie zu erschwinglichen Kosten verfügbar werden, könnte auch kleinere Produktionen profitieren. Andererseits sollte das Bewusstsein wachsen, dass Video-Inhalte zunehmend von KI-Algorithmen bearbeitet werden können. Das hat Implikationen für Authentizität, Vertrauen und möglicherweise auch Regulierung. Unternehmen sollten transparent sein, wenn Inhalte nachträglich mit KI verändert wurden.