Apple verfolgt bei seinen Mac-Produkten eine zunehmend widersprüchliche Strategie beim Thema Reparaturbarkeit und Speichererweiterung. Dies zeigt sich deutlich beim Vergleich der neuesten Modelle Mac mini und Mac Studio.
Bei den neuen Mac-mini-Varianten mit M6- und M5-Pro-Chips hat Apple die NAND-Module, also die Speicherbausteine, direkt auf dem Mainboard verlötet. Dies bedeutet, dass Speicher nicht austauschbar und nicht aufrüstbar ist. Wer später mehr Speicher braucht, muss in diesem Fall das gesamte Gerät ersetzen oder professionelle Speicherwiederherstellung in Anspruch nehmen.
Ein ganz anderes Bild zeigt sich beim Mac Studio mit M5 Max und Ultra: Hier bleiben die NAND-Module tauschbar, wie es bereits in Vorgängermodellen der Fall war. Das bedeutet, dass Nutzer Speicher auch nach dem Kauf noch erweitern können, falls sich ihre Anforderungen ändern.
Diese Inkonsistenz ist für Konsumenten ärgerlich und widerspricht auch den wachsenden Anforderungen nach Reparatbarkeit und Langlebigkeit von Elektronik. Immer mehr Länder und Regionen führen Gesetze oder Regelungen ein, die Hersteller verpflichten, Geräte reparierbar zu gestalten. Österreich zum Beispiel hat bereits Forderungen gestellt, dass Hersteller Ersatzteile zur Verfügung stellen müssen.
Für Fachleute und Organisationen, die Mac minis einsetzen, ist diese Entwicklung nachteilig. Wer mit knappem Budget ein System auswählt und später mehr Speicher braucht, kann beim neuen M6/M5-Pro-Mac mini nicht einfach aufrüsten, sondern muss das Gerät tauschen. Dies führt zu höheren Gesamtkosten über den Lebenszyklus und schlechterer Ressourceneffizienz.
Für die Entscheidungsfindung beim Gerätekauf ist wichtig, diese Unterschiede zu kennen. Wer Speicher aufrüsten möchte, sollte zum Mac Studio greifen oder den neuen Mac mini überhaupt erst mit ausreichend Speicher konfigurieren.
