Die Ransomware-Bande Rhysida hat einen neuerlichen Anschlag auf eine bedeutende deutsche Stadt verübt. Die Erpresser fordern 30 Bitcoin von der Berliner Stadtverwaltung und drohen damit, vertrauliche Daten öffentlich zu machen, falls ihre finanzielle Forderung nicht erfüllt wird. Dieser Fall illustriert ein immer häufigeres Angriffsmuster in der Cyberkriminalität: Nicht nur werden Systeme verschlüsselt und zum Stillstand gebracht, sondern die Angreifer drohen zusätzlich mit der Veröffentlichung gestohlener Informationen, um den Erpressungsdruck zu erhöhen.

Berlins Bürgermeister Kai Wegner signalisierte schnell, dass die Stadt nicht zahlen wird. Dies ist eine wichtige Botschaft, denn jede Zahlung würde Cyberkriminelle nur ermutigen, weitere Anschläge zu verüben. Mit dieser Haltung folgt Berlin dem mittlerweile weit verbreiteten Rat von Sicherheitsexperten und Behörden weltweit.

Rhysida ist eine vergleichsweise neue, aber bereits sehr aktive Gruppe im Ransomware-Ökosystem. Sie hat sich schnell einen Ruf als aggressiv und skrupellos erarbeitet. Die Bande nutzt dabei häufig die sogenannte Doppel-Erpressung: Sie verschlüsselt nicht nur die Systeme des Opfers (was zu Betriebsausfällen führt), sondern kopiert auch Daten und droht deren Veröffentlichung, um zusätzlichen Druck auszuüben.

Für Behörden und Organisationen in der Schweiz und im deutschsprachigen Raum ist dieser Vorfall ein wichtiger Warnhinweis. Solche Anschläge sind nicht auf kleine oder unbedeutende Ziele beschränkt, sondern treffen auch prominente Institutionen. Während Stadtverwaltungen spezielle Ressourcen für Abwehrmassnahmen haben, sind kleinere und mittlere Unternehmen oft weniger gut vorbereitet. Eine solide Backup-Strategie, regelmässige Sicherheitsupdates, Mitarbeiterschulung und Incident-Response-Pläne sind daher essentiell. Die Weigerung Berlins zu zahlen sendet zudem ein wichtiges Signal: Resilienz und innere Sicherungsmassnahmen sind der richtige Weg, nicht Erpressungszahlungen.