Cyberangriffe auf Fintech-Unternehmen und digitale Zahlungsanbieter werden immer häufiger. Ein aktueller Fall betrifft die bekannte Banking-App Revolut, die von Millionen Nutzern weltweit verwendet wird. Kriminelle haben das Unternehmen angegriffen und Erpressungsversuche gestartet.

Nachdem die Angreifer offenbar erfolgreich in Revoluts Systeme eingedrungen sind, haben sie eine Erpressungsnachricht versendet: Zahlt drei Millionen Euro, oder die gestohlenen Daten werden veröffentlicht. Revolut hat klar kommuniziert, dass das Unternehmen nicht auf solche Forderungen eingehen wird. Damit nimmt Revolut eine zunehmend vertretene Position ein: Lösegeld an Kriminelle zu zahlen finanziert weitere Angriffe und garantiert nicht, dass Daten tatsächlich gelöscht werden.

Revolut arbeitet nach eigener Aussage mit Strafverfolgungsbehörden zusammen, um das Incident Response und die Ermittlungen zu unterstützen. Das Unternehmen ist seit Jahren äusserst schnellwüchsig, hat aber auch immer wieder mit Kontroversen und Sicherheitsherausforderungen zu kämpfen gehabt. Damit nicht genug: Eine umfassende Recherche mehrerer Medienhäuser hat zugleich ergeben, dass Revolut nach Ansicht der Autoren zu wenig gegen Geldwäsche unternehme. Das Unternehmen soll angeblich unzureichend verdächtige Transaktionen melden und Compliance-Anforderungen nicht stringent genug umsetzen.

Für kleinere und mittlere Unternehmen, die ihre Bankgeschäfte oder Zahlungsabwicklung über Fintech-Plattformen wie Revolut abwickeln, ergibt sich daraus eine Lektion: Digitale Zahlungsdienstleister sind ein attraktives Ziel für Cyberkriminelle. Unternehmen sollten ihre Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter überprüfen, diversifizieren und die Sicherheits- und Compliance-Praktiken ihrer Zahlungspartner kritisch bewerten. Auch für Arbeitnehmer, die private Accounts bei solchen Diensten haben, lohnt sich eine kritische Überprüfung der Datensicherheit und der Geschäftspraktiken.