Die Digitalisierung öffentlicher Verwaltung gilt vielen als schwierig und langsam, doch die Grafschaft Bentheim in Niedersachsen demonstriert, dass es auch anders geht. Der Landkreis hat konsequent E-Government mit Bürgerbeteiligung von innen heraus aufgebaut und damit nachweisbare Erfolge erzielt.
Das Erfolgsgeheimnis liegt in einer ganzheitlichen Strategie, die nicht nur technische Systeme einführt, sondern auch Verwaltungsprozesse durchdenkt und mit tatsächlichen Nutzern testen lässt. Bentheim hat Digital-Serviceoffices errichtet, wo Bürger persönlich unterstützt werden, und digitale Prozesse so gestaltet, dass sie tatsächlich einfacher sind als früher. Dies verringert die Hürde für die Akzeptanz digitaler Services.
Gleichzeitig wurde in der Verwaltung selbst eine digitale Kultur entwickelt. Mitarbeiter wurden geschult, und Prozessoptimierung wurde als kontinuierliche Aufgabe verstanden. Dadurch entstanden automatisierbare Workflows, die nicht nur schneller, sondern auch kostengünstiger sind.
Für Schweizer KMU und Gemeinden ist dieses Beispiel relevant. Bessere digitale Verwaltungsservices reduzieren Aufwand bei Genehmigungen, Anmeldungen und Behördenkommunikation. Wenn digitale Services intuitiv und zuverlässig funktionieren, sinkt auch der Aufwand für Verwaltungsfragen. Besonders klein- und mittelständische Firmen profitieren von schlanken, digitalen Prozessen. KMU sollten sich für bessere E-Government-Angebote einsetzen und Behörden bei der Digitalisierung unterstützen, da sie selbst die Profiteure sind.
