Die Vereinigten Staaten haben neue Schutzmassnahmen für ihre Halbleiter- und Solarbranche angekündigt: Ein Importzoll von 15 Prozent auf Polysilizium sowie Mindestpreisregelungen sollen die heimische Produktion schützen. Polysilizium ist das Rohmaterial für Silizium-Wafer, die in der Halbleiter- und Photovoltaik-Fertigung unverzichtbar sind.
China dominiert die globale Polysilizium-Produktion mit einem Marktanteil von über 80 Prozent. Dies macht westliche Industrien abhängig von chinesischen Lieferketten für ein kritisches Material. Die USA sehen darin ein strategisches Risiko, besonders im Kontext der Halbleiter-Versorgungssicherheit und des Übergangs zu erneuerbaren Energien.
Die Zollmassnahmen sollen amerikanische Polysilizium-Hersteller wettbewerbsfähig machen und Investitionen in inländische Kapazitäten fördern. Längerfristig zielt die Politik darauf ab, die Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen zu reduzieren. China hat bereits Gegenmassnahmen angekündigt.
Für europäische und Schweizer Unternehmen in der Halbleiter-, Elektronik- oder Solarbranche entstehen Herausforderungen. Höhere Rohstoffkosten in den USA können zu Preissteigerungen und Lieferketten-Verschiebungen führen. KMU, die semiconductors oder solarkomponenten verarbeiten oder importieren, sollten ihre Lieferketten überprüfen und alternative Bezugsquellen in Betracht ziehen. Zudem könnten ähnliche Zollmassnahmen auf andere kritische Materialien ausgeweitet werden, weshalb eine strategische Planung der Materialversorgung wichtig wird.
