Meta hat sich aus der RE100-Initiative zurückgezogen, einer internationalen Vereinigung von Unternehmen, die sich verpflichteten, ihren Stromverbrauch zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken. Der Grund für diesen Schritt liegt in der Veränderung von Metas Energiebeschaffung: Zur Unterstützung seiner massiv expandierenden KI-Infrastruktur setzt Meta zunehmend auf Gasturbinen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, statt sich auf erneuerbare Energiequellen zu verlassen.
Gasturbinen als Stromerzeuger für Rechenzentren sind schnell hochfahrbar und bieten kurzfristig verfügbare Kapazität. Dies steht im direkten Widerspruch zu den langfristigen Renewables-Zielen von RE100. Meta begründet diesen Schritt damit, dass die massive Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Systeme, besonders für seine eigenen Large Language Models und KI-Dienste, eine zuverlässige und schnell verfügbare Energieversorgung erfordert, die erneuerbare Quellen wie Solar- oder Windkraft kurzfristig nicht vollständig bereitstellen können.
Dieses Phänomen wird in der globalen Tech-Industrie zunehmen: Der KI-Boom führt zu einer enormen Steigerung der Rechenleistung und des Energieverbrauchs. Rechenzentren-Betreiber stehen unter Druck, schnell skalierbar und zuverlässig Energie bereitzustellen, was oft zu einer verstärkten Nutzung von Gasturbinen oder sogar zu Rückgriff auf Kernkraftwerke führt. Für Unternehmen, die ernsthafte Nachhaltigkeitsziele haben, entsteht ein Dilemma zwischen der Notwendigkeit, mit KI konkurrenzfähig zu bleiben, und dem Wunsch, ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren.
Für Schweizer KMUs ist dies relevant, wenn sie KI-Dienste über Cloud-Provider nutzen oder selbst Rechenzentren betreiben. Es könnte sinnvoll sein, die Energiequellen der Cloud-Services zu berücksichtigen, mit denen man arbeitet, und Anbieter zu wählen, die sich um Nachhaltigkeit bemühen, während gleichzeitig KI-Kosten und Performance realistisch bewertet werden.
