Die Cloud Infrastructure Services & Platforms European association (CISPE) hat in ihrem aktuellen Wettbewerbsbarometer erhebliche Bedenken gegen die Geschäftspraktiken grosser Softwareunternehmen geäussert. Broadcom steht dabei unter besonderer Kritik wegen drastischer Lizenzierungsmechanismen, die Kunden unter erheblichen wirtschaftlichen Druck setzen. Der Halbleiter- und Infrastruktur-Spezialist nutzt offenbar Verträge und Lizenzmodelle, um Kunden an sich zu binden und Wettbewerb zu unterbinden.
Parallel dazu warnt CISPE vor neuen API-Sperren bei SAP, die speziell im Bereich der agentischen künstlichen Intelligenz entstanden sind. Agentische KI-Systeme sind Anwendungen, die eigenständig Entscheidungen treffen und automatisierte Prozesse durchführen können. Durch das Einschränken von API-Zugang versucht SAP, Wettbewerber auszusperren und Kunden in ein proprietäres Ökosystem zu zwingen.
Diese Praktiken sind für kleinere und mittlere Cloud-Service-Provider besonders problematisch, da sie davon abhängen, Technologie und Dienste von Komponenten-Anbietern zu kostengünstigen Bedingungen einkaufen zu können. Wenn grosse Monopolisten ihre Macht missbrauchen, um Konkurrenten auszusperren, führt dies zu Preissteigerungen und Innovation-Blockaden im gesamten Markt.
Für Schweizer KMU und ihre IT-Dienstleister ist dies relevant, weil höhere Lizenzkosten und restriktive Vertragsbedingungen am Ende in höheren Preisen für Cloud-Services und Software-Lizenzen resultieren. CISPE fordert daher stärkere regulatorische Massnahmen und Transparenz bei Lizenzverträgen. Unternehmen sollten ihre bestehenden Verträge überprüfen und bei Neuverhandlungen auf transparente, wettbewerbsfreundliche Bedingungen bestehen. Die Möglichkeit, die Cloud-Infrastruktur bei mehreren Anbietern zu nutzen, ist für langfristige Kostenoptimierung und Unabhängigkeit essentiell.
