OpenAI ist eines der führenden Unternehmen in der Entwicklung von grossen Sprachmodellen und künstlicher Intelligenz. Doch das Geschäftsmodell ist komplex: Zum einen verdient OpenAI durch seine ChatGPT-API und Abonnements, zum anderen braucht es massive Rechenkapazität, die extrem teuer ist. Diese Asymmetrie führt zu einem Problem, das OpenAI jetzt offen eingestehen muss: Das Unternehmen wird auf absehbare Zeit Geld verlieren.
Die Verluste entstehen nicht durch mangelnde Nachfrage oder schlechte Planung, sondern durch Struktur. Der Trainingsprozess von grossen KI-Modellen erfordert Zehntausende von High-End-Grafikprozessoren, die in Rechenzentren betrieben werden. Diese Hardware ist teuer in der Anschaffung und im laufenden Betrieb. OpenAI müsste die Preise für seine Dienstleistungen so stark erhöhen, dass sie unrentabel für Kunden würde, um profitabel zu sein, oder es müsste die Ausgaben senken.
Stattdessen wählt OpenAI einen dritten Weg: Es investiert weiter aggressiv in Infrastruktur und sucht nach neuen Investitionsquellen. Das Unternehmen hofft offenbar, dass die zukünftige Leistung und Nachfrage die gegenwärtigen Verluste rechtfertigen werden. Das ist eine ungewöhnliche Strategie, die an die Frühzeiten von Konzernen wie Amazon erinnert, die lange verlustreich wuchsen, weil sie in Infrastruktur investierten.
Für KMU und die breitere Tech-Branche ist dies relevant: OpenAIs Modell zeigt, dass KI-Entwicklung derzeit von wenigen sehr wohlhabenden Organisationen dominiert wird, die Verluste tragen können. Das könnte zu einer Konzentration von KI-Kapazität auf wenige Anbieter führen. Gleichzeitig signalisiert OpenAI, dass KI-Infrastruktur mittelfristig günstiger werden könnte, wenn es economies of scale erreicht. Unternehmen sollten das im Blick behalten, wenn sie über Cloud-basierte KI-Dienste nachdenken.
