Ein Cyberangriff auf die liechtensteinische Regierung hat zu einem erheblichen Datenleck geführt. Hacker konnten auf das Wirtschaftsregister des Fürstentums zugreifen und über 31.000 Datensätze kopieren, ohne bemerkt zu werden. Das Ausmass dieses Vorfalls ist erheblich, da das Register strukturierte Informationen über Unternehmen, deren Eigentümer und Geschäftstätigkeit enthält.

Liechtenstein ist ein kleines Land mit enger wirtschaftlicher Verflechtung mit der Schweiz und anderen Nachbarländern. Viele Schweizer Unternehmen oder Unternehmensgruppen haben Verbindungen zu Gesellschaften in Liechtenstein. Ein Datenleck aus diesem Register könnte daher auch für Schweizer KMU relevant sein, insbesondere wenn diese über liechtensteinische Strukturen verfügen.

Der Angriff zeigt, dass auch kleinere Länder und deren Behörden hochmotivierte Ziele für Cyberkriminelle darstellen. Regierungsregister enthalten oft weniger robuste Sicherheit als private Finanzinstitute und sind gleichzeitig Quellen für hochwertige Geschäftsdaten.

Die liechtensteinische Regierung muss nun nicht nur eine Sicherheitsuntersuchung durchführen, sondern auch entsprechende Meldungen an betroffene Personen und Organisationen machen. Zudem sind Massnahmen unter der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erforderlich, da das Land diese Regelwerk befolgt.

Für Unternehmen ist dies ein weiteres Beispiel dafür, dass behördliche und halböffentliche Register angegriffen werden können. Dies unterstützt die Forderung nach minimaler Datenspeicherung und strengeren Zugriffskontrollmechanismen in staatlichen Systemen. Organisations- und Unternehmensführer sollten überprüfen, welche ihrer Daten in öffentlichen Registern gespeichert sind und ob weitere Sicherheitsmassnahmen erforderlich sind.