Der Halbleiter- und Infrastruktur-Spezialist Broadcom kündigte an, eine neue Version der vSphere Standard Edition zu entwickeln. Diese Ankündigung kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt: Seitdem Broadcom 2023 VMware übernommen hat, hat das Unternehmen massive Veränderungen in der Lizenzierungsstrategie und dem Produkt-Portfolio vorgenommen. Viele dieser Änderungen sind bei Kunden auf Kritik gestossen.
vSphere ist VMwares Virtualisierungs-Software für Server und Rechenzentren. Sie ist weit verbreitet und gilt in vielen Unternehmensumgebungen als Standard-Virtualisierungs-Plattform. vSphere Standard war historisch eine Einsteiger-Edition mit eingeschränkten Funktionen im Vergleich zu Premium-Versionen, aber zu einem deutlich niedrigeren Preis. Viele mittelständische Unternehmen und kleinere Rechenzentren setzten auf diese Einstiegs-Version.
Nach der Broadcom-Übernahme hatte das Unternehmen vSphere Standard aus seinem Portfolio genommen und drängte Kunden zu teureren Editions-Modellen. Dies führte zu erheblichen Kosten-Sprüngen für Kunden, die vorher Standard genutzt hatten. Die Ankündigung einer neuen Standard Edition signalisiert, dass Broadcom die Marktkritik wahrgenommen hat.
Allerdings betonen Branchenbeobachter, dass die Ankündigung für viele bestehende Kunden zu spät kommt: Manche haben bereits zu Alternativen wie Proxmox, KVM oder anderen Open-Source-Virtualisierungslösungen migriert, um hohe Lizenzkosten zu vermeiden. Dennoch könnte die neue Standard Edition für neue Kunden attraktiv sein oder für Organisationen, die bereits in das VMware-Ökosystem investiert haben.
Für Schweizer Unternehmen mit VMware-Infrastruktur ist dies ein wichtiges Signal: Es lohnt sich, die neuen Standard-Edition-Details zu verfolgen, um zu evaluieren, ob eine Rückkehr zu vSphere Standard wirtschaftlich Sinn macht, oder ob der bisherige Kurs zu einer alternativen Virtualisierungs-Plattform weitergeführt werden sollte.
