Rechenzentren sind die physische Infrastruktur der digitalen Wirtschaft. Sie verbrauchen jedoch enorme Mengen an Energie und Wasser, prägen das Stadtbild und werfen Fragen zur Nachhaltigkeit auf. Bisher fehlte ein umfassender Überblick, wo in Deutschland neue Rechenzentren geplant sind. Ein Aktionsbündnis hat diese Lücke geschlossen.

Die neu veröffentlichte interaktive Karte dokumentiert Rechenzentrum-Projekte, die sich in Planung oder Bau befinden. Die Recherche offenbart mehrere Probleme: Viele Gemeinden wissen nicht, dass grössere Projekte geplant sind. Die Informationspolitik ist oft opak, und die lokale Bevölkerung erfährt oft erst spät von Projekten. Gleichzeitig zeigt die Karte eine Konzentration in bestimmten Regionen, was Fragen zur Netzinfrastruktur und Stromversorgung aufwirft.

Für KMU mit Datenzentrums-Anforderungen oder für IT-Dienstleister ist dies relevant, da es zeigt, wo neue Infrastrukturkapazität entstehen wird. Gleichzeitig wird deutlich, dass Planungsprozesse für solche Projekte oft mangelhaft sind, wenn es um Transparenz und Bürgerbeteiligung geht. Unternehmen, die Rechenzentrums-Platz in Deutschland mieten oder ausbauen, sollten sich mit lokalen Behörden und Gemeinderäten abstimmen. Die Karte zeigt auch, dass der Wettbewerb um lokale Flächen und Stromkapazität verschärft wird. Dies könnte langfristig zu höheren Kosten und längeren Planungszyklen führen. Für IT-Infrastruktur-Entscheidungen ist es daher sinnvoll, frühzeitig mit mehrjährigen Perspektiven zu planen.