Ein Sicherheitsforscher hat eine verstörende neue Tracking-Methode aufgedeckt: Der chinesische Online-Marktplatz AliExpress nutzt die Web Audio API von Browsern, um Benutzer durch unhörbare Audiosignale zu identifizieren und zu überwachen. Das Verfahren funktioniert wie ein digitales Wasserzeichen, das über den Lautsprecher des Computers abgespielt wird, für Menschen aber völlig inaudibel bleibt.

Diese Technik ist besonders tückisch, weil sie unterhalb der Wahrnehmungsschwelle arbeitet. Nutzer bemerken nicht, dass ihr Gerät gerade eine Art akustischen Fingerabdruck erhält. Mit dieser Information können Tracking-Netzwerke ein und denselbe Person über mehrere Websites und Sitzungen hinweg verfolgen, unabhängig davon, ob sie ihren Browser wechselt oder den Cache löscht.

Für Schweizer Unternehmen und ihre Kunden ist dies ein wichtiger Weckruf. Erstens zeigt sich hier, wie kreativ und zugleich invasiv moderne Tracking-Methoden werden. Die klassischen Cookie-Blöckierungen und Privatsphäre-Einstellungen helfen gegen diese Audio-basierte Variante nicht. Nutzer sollten sich bewusst machen, dass ihre digitale Aktivität auf vielfältige Weise überwacht werden kann.

Zweitens haben solche Praktiken rechtliche Konsequenzen. Unter der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und ähnlichen Gesetzen ist ein derartiges Tracking ohne explizite Zustimmung der Nutzer illegal. Unternehmen, die solche Methoden einsetzen, riskieren empfindliche Geldstrafen.

Drittens sollten Webentwickler und Online-Marketer bewusst handeln. Es gibt legitime Wege, Nutzerverhalten zu verstehen und Dienste zu verbessern. Die Manipulation durch unhörbare Signale überschreitet eine ethische und rechtliche Grenze. Unternehmen, die ihre Reputation schützen möchten, sollten solche Techniken meiden.