OpenAI expandiert sein Geschäftsmodell um ein Werbe-Element: ChatGPT wird künftig Werbeanzeigen enthalten. Das Unternehmen rollt dieses Feature nach vorangegangenen Tests in Nordamerika nun auch in Europa aus. Dies markiert einen weiteren Diversifizierungsschritt der Einnahmequellen, jenseits des reinen Subscription-Modells, das derzeit mit ChatGPT Plus besteht.
Zentral für das Vertrauen sind OpenAIs Aussagen zu Datenschutz und Transparenz: Das Unternehmen verspricht, dass Werbekunden nicht auf die tatsächlichen Chatverläufe der Nutzer zugreifen können. Anzeigen werden also nicht basierend auf spezifischem Nutzungsverhalten targeted, sondern eher kontextbezogen: eine Anzeige für ein Produktivitäts-Tool könnte etwa in einem berufsbezogenen Chat erscheinen, ohne dass der Werbetreibende weiss, um wen es geht.
Allerdings bleibt die Frage, inwiefern die Anzeigenplatzierung die Qualität der ChatGPT-Antworten beeinflusst. OpenAI betont, dass Anzeigen die Kernfunktionalität und Genauigkeit der KI-Ausgaben nicht verändern, doch dies wird von Beobachtern teils skeptisch gesehen, da finanzielle Anreize auf Subtile Weise Entscheidungslogik prägen können.
Für KMU-Betriebe, deren Mitarbeiter ChatGPT intensiv für geschäftliche Aufgaben nutzen, ergeben sich hier mehrere Überlegungen. Erstens: Der kostenlose Zugang zu ChatGPT wird realistisch weiterhin mit Werbung verbunden sein. Firmen, die werbefreie Nutzung bevorzugen, könnten zu ChatGPT Plus (Bezahlversion) wechseln. Zweitens: Unternehmens-IT sollte klären, ob mit ChatGPT geteilte Geschäftsdaten (trotz fehlender Targeted Ads) trotzdem für Training genutzt werden. Drittens: Alternative KI-Systeme und lokale Modelle könnten an Attraktivität gewinnen für datensensible Anwendungen.
