Ransomware bleibt eine der grössten Bedrohungen für Unternehmens-IT, besonders für dezentrale Arbeitsplätze. Das Berliner Unternehmen IGEL adressiert dieses Problem mit einer innovativen Architektur-Lösung für seine IGEL-OS-Plattform. Das System lagert dabei einen separaten, geschützten Speicherbereich aus, auf dem ein sauberes Windows-Betriebssystem vorhanden ist. Wird ein Gerät von Ransomware befallen, kann es nach einem zentralen Befehl automatisch in den Ausweichzustand wechseln und sich vom sauberen OS neu starten.
Das Konzept funktioniert wie folgt: Der hauptsächliche Arbeitsbereich des Endgeräts wird durch Ransomware kompromittiert und Dateien werden verschlüsselt. Gleichzeitig bleibt aber ein forensisch gesicherter Windows-Zustand in der separaten Partition unverändert. Die IT-Administration kann das betroffene Gerät ferngesteuert zur Wiederherstellung veranlassen. Das System bootet dann vom sauberen OS auf, anstatt die kontaminierte Version zu laden.
Dies bringt mehrere Vorteile für Unternehmen: Erstens wird die Wiederherstellungszeit nach einem Angriff massiv verkürzt, statt aufwendiger Malware-Bereinigung oder Neuinstallation kann das System innerhalb von Minuten wieder einsatzbereit sein. Zweitens ermöglicht die forensische Sicherung des befallenen Zustands eine detaillierte Analyse des Angriffs, was der Cybersecurity-Abteilung hilft, die Attacke zu verstehen und ähnliche Angriffe in Zukunft zu verhindern. Drittens reduziert sich der Ausfallzeitaufwand erheblich, was insbesondere für KMU kritisch ist, die nicht über umfangreiche Backup- und Recovery-Infrastrukturen verfügen.
Die Lösung zeigt, dass intelligente Systemarchitektur ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen moderne Cyberbedrohungen ist. Für KMU-Betriebe kann eine solche Lösung ein kostengünstiger Weg sein, um Ransomware-Resilienz aufzubauen, ohne dass umfassende Backup- und Disaster-Recovery-Strukturen aufgebaut werden müssen, ohne jedoch diese bewährten Techniken zu ersetzen.
