Norwegens Digitalministerin sieht in intelligenten Datenbrillen ein erhebliches Überwachungspotenzial, das dringend einer stärkeren rechtlichen Regulierung bedarf. Besonders die Kombination aus eingebauten Kameras und Echtzeit-Gesichtserkennung wird als problematisch bewertet, da sie zu massenhafter Überwachung von Fussgängern und Passanten führen könnte, ohne dass diese es bewusst mitbekommen oder dem zustimmen.

Das norwegische Digitalministerium beauftragt nun einen Expertenrat mit der Entwicklung konkreter Regelvorschläge. Diese sollen festlegen, unter welchen Bedingungen Smart Glasses in der Öffentlichkeit getragen werden dürfen, wie Datenschutzgrundsätze einzuhalten sind und welche technischen Sperrmechanismen erforderlich sind. Im Fokus stehen dabei sowohl der Schutz von Privatpersonen als auch ethische Aspekte automatisierter Gesichtsidentifikation.

Der Hintergrund ist klar: Mit technologische Entwicklungen wie Apple Vision Pro und ähnlichen Systemen rücken solche Geräte in den Massenmarkt. Wo früher nur stationäre Kameras überwachen konnten, könnten bald Passanten diese Rolle einnehmen. Besonders in europäischen Ländern, wo Datenschutz und Privatsphäre hohe verfassungsrechtliche Priorität haben, wird dies als nicht vertretbar erachtet.

Die geplanten Regeln könnten zum Vorbild für andere europäische Staaten werden. Sie wären ein wichtiges Signal, dass nationale Behörden nicht tatenlos zusehen, wenn neue Technologien grundlegende Menschenrechte gefährden. Gleichzeitig will Norwegen damit auch Hersteller und Entwickler vor Rechtsunsicherheit bewahren, indem es klare Spielregeln schafft.

Für europäische KMU-IT-Dienstleister ist diese Entwicklung relevant, da sie zeigt, wie Regulierung im Bereich KI und Überwachungstechnologie aussehen könnte. Es empfiehlt sich, solche gesetzgeberischen Trends zu beobachten, da ähnliche Regeln in der Schweiz, Deutschland oder der EU folgen könnten und dann auch für Kunden und Geschäftsprozesse relevant werden.