Stromnetze, Telekommunikations-Anlagen, Wasserkraftwerke, Gasversorgung und andere kritische Infrastrukturen sind das Rückgrat einer modernen Wirtschaft. Ihre Ausfälle können ganze Regionen lähmen. Eine gemeinsame Umfrage von Droniq und des Bundesverband Sicherheit im Logistiksektor zeigt nun ein beunruhigendes Bild: Viele dieser kritischen Anlagen haben kaum Schutzmassnahmen gegen eine neue, aber praktische Bedrohung installiert: unbemannte Drohnen.

Drohnen sind eine vielseitige Waffe. Sie können mit Sprengstoff bestückt sein, Kameras für Aufklärung tragen, oder einfach nur abgestürzt auf kritische Systeme landen und dort Schaden anrichten. Mit sinkenden Preisen und wachsender Technologie sind Drohnen für Saboteure leicht zugänglich. Dennoch zeigt die Befragung, dass viele Betreiber kritischer Infrastruktur in Deutschland bislang nicht einmal grundlegende Detektionssysteme installiert haben.

Das ist besonders bemerkenswert im Kontext geopolitischer Spannungen und hybrider Kriegsführung. Andere Länder haben bereits konkrete Drohnen-Angriffe auf Infrastruktur erlebt. Deutschland dagegen wirkt überrascht von dieser Bedrohung. Die Gründe sind vielfältig: Kosten, Komplexität der Systeme, Unklarheit über Standards und oft auch Unterschätzung des Risikos.

Die Schutzlücke ist dringend zu schliessen. Drohnen-Abwehrsysteme umfassen passive Erkennung, Jamming-Technologie und aktive Massnahmen. Diese Systeme sind zwar nicht billig, aber die Kosten sind klein verglichen mit dem potentiellen Schaden durch erfolgreiche Angriffe. Für Unternehmen, die kritische Infrastruktur betreiben, ist dies nicht länger ein optionales Sicherheits-Extra, sondern eine Pflicht im Risikomanagement.