Die weit verbreitete Druckerverwaltungssoftware PaperCut NG und PaperCut MF ist Ziel von aktiven Cyberangriffen geworden. Der Hersteller hat daraufhin ein Notfall-Sicherheitsupdate herausgegeben und fordert Administratoren auf, es sofort zu installieren, um ihre Systeme zu schützen.
PaperCut ist ein zentrales Management-Tool, das in vielen Organisationen zur Verwaltung von Druckern, Kopierern und damit verbundenen Kosten eingesetzt wird. Die Software verfügt über Netzwerk-Zugriff und authentifiziert Benutzer, was sie zu einem wertvollen Angriffsziel macht. Wenn eine Lücke in PaperCut erfolgreich ausgenutzt wird, können Angreifer nicht nur auf Drucker-Infrastruktur zugreifen, sondern möglicherweise auch in breitere Unternehmensnetzwerke eindringen.
Der genaue Charakter der Sicherheitslücke wurde vom Hersteller noch nicht vollständig offengelegt, um nicht zusätzliche Exploits zu ermöglichen. Sicherheitsforscher gehen jedoch davon aus, dass es sich wahrscheinlich um eine Authentifizierungs-Umgehung oder eine Injection-Schwachstelle handelt, die Angreifern Codeschmuggel oder Privilegien-Eskalation ermöglicht.
Besonders kritisch ist, dass PaperCut oft im Hintergrund läuft und in Organisationen lange Zeit ohne neuere Patches betrieben wird. Administratoren achten häufig stärker auf Betriebssystem-Updates und vernachlässigen spezialisierte Applikationen wie Druckmanagement. Das macht solche Systeme zu idealen Einstiegspunkten für Angreifer.
Für KMU und grössere Unternehmen mit PaperCut-Umgebung ist schnelle Handlung erforderlich. Administratoren sollten zunächst einen Bestand ihrer PaperCut-Installationen erstellen, das Update auf einem Test-System validieren und dann zügig in die Produktivumgebung ausrollen. Parallel dazu sollten Netzwerk-Logs auf verdächtige Zugriffe auf PaperCut-Systeme überprüft werden, um zu klären, ob bereits Angreifer in die Infrastruktur eingedrungen sind. Bei Verdacht auf Kompromittierung muss sofort ein Incident-Response-Team eingebunden werden.
