Laut aktuellen Daten der Sicherheitsfirma Datadome ist der Anteil von Bot-Traffic bei Hardware-Händlern zu einem erschreckenden Ausmass angewachsen. Bei einigen grossen E-Commerce-Plattformen für Hardware machen automatisierte Anfragen inzwischen über 91 Prozent des gesamten Web-Traffics aus. Dies ist ein dramatischer Anstieg: Seit März ist das Verhältnis von Bot-Traffic zu menschlichem Traffic von etwa 6:1 auf 10:1 angestiegen.

Der Grund für diesen massiven Anstieg liegt in der weltweiten RAM-Knappheit und der damit verbundenen Preisvolatilität. RAM-Preise schwanken täglich, und für bestimmte Speichermodule entstehen zeitweise extreme Engpässe. Dies führt dazu, dass Käufer und Reseller verstärkt automatisierte Systeme einsatz, um Preisänderungen zu überwachen und günstige Angebote blitzschnell zu sichern, bevor diese wieder ausverkauft sind.

Diese Bots prüfen kontinuierlich Preise, Verfügbarkeit und Lagerstände. Sie sind programmiert, um bei günstigen Angeboten automatisch zuzugreifen. Für legitime Händler und Käufer führt dies zu mehreren Problemen: Erstens wird die Infrastruktur der Online-Shops stark belastet, was zu Verzögerungen und Ausfällen führen kann. Zweitens bekommen menschliche Käufer oft gar keine Chance, günstige Angebote zu ergattern, da die Bots schneller sind. Drittens entstehen bei Hardware-Händlern erhebliche Ressourcen-Anforderungen, um mit diesem Bot-Traffic umzugehen.

Die Situation illustriert auch ein breiteres Problem: In Zeiten von Knappheit und Preisvolatilität entsteht ein Anreiz für Automatisierung und Spekulation, was letztlich dazu führt, dass der Markt weniger effizient wird. Für KMU-Einkäufer von Hardware bedeutet dies, dass es zunehmend schwieriger wird, günstig an RAM und andere Speicherkomponenten zu kommen. Es lohnt sich, bei der Hardware-Planung längerfristig zu denken und nicht ständig auf die besten Preise zu warten, sondern eher zu moderaten Marktpreisen zu kaufen und Bestände anzulegen.