Führende Tech-Konzerne setzen zur Finanzierung ihrer enormen KI-Infrastruktur-Investitionen auf strukturierte Finanzierungsinstrumente ein. Konkret verwenden Unternehmen wie Broadcom, Nvidia und Meta sogenannte Restwertgarantien für Zweckgesellschaften, komplexe Finanzstrukturen, die Investitionen absichern.

Das Hintergrund-Muster ist folgendes: Um KI-Modelle zu trainieren und zu betreiben, brauchen Tech-Konzerne enorme Mengen an Spezialhardware, insbesondere hochperformante GPUs und andere spezialisierte Chips. Eine einzelne KI-Infrastruktur kann Milliarden kosten. Traditionell würde ein Unternehmen solche Assets selbst kaufen und abschreiben. Aber moderne Finanzstrukturen erlauben es, diese Kosten auszulagern.

Mit einer Restwertgarantie schliesst das Unternehmen im Grunde einen Deal: Ein Investor finanziert die Hardware, das Tech-Unternehmen garantiert, dass die Hardware nach einer bestimmten Zeit noch einen Mindestwert hat. Dies reduziert das finanzielle Risiko für den Investor und erlaubt dem Tech-Unternehmen, mehr Hardware zu finanzieren, ohne selbst die vollen Kapitalkosten zu tragen.

Dies zeigt mehrere Dinge. Erstens: Der KI-Boom ist so kapitalintensiv, dass selbst reiche Tech-Konzerne innovative Finanzierungsstrukturen brauchen. Zweitens: Es entstehen Finanzrisiken. Wenn die KI-Investitionen nicht wie erhofft Erträge generieren, oder wenn die Hardware schneller obsolet wird als erwartet, könnten diese garantierten Restwerte zu Verlusten führen.

Für KMU hat dies indirekte Implikationen. Wenn Tech-Konzerne ihre KI-Investitionen mit komplexen Finanzierungsstrukturen absichern, bedeutet dies, dass KI-Infrastruktur weiterhin teuer bleiben wird. KMU werden sich nicht einfach eigene KI-Systeme bauen können, sondern müssen Cloud-KI-Dienste nutzen. Dies kann zu Abhängigkeiten führen. KMU sollten evaluieren, welche KI-Capabilities sie tatsächlich brauchen und welche durch externe Dienste kosteneffektiv bereitgestellt werden können.