In modernen IT-Infrastrukturen laufen oft zahlreiche Begleitdienste (Sidecar-Services) ab, die parallel zu Hauptanwendungen funktionieren. Diese Services sind unverzichtbar für viele Systeme, bleiben aber oft unbeachtet und können erhebliche Sicherheitsrisiken darstellen. Ein aktueller Fall zeigte, wie ein PostgreSQL-Hilfsdienst die Sicherheitsplattform Splunk kompromittieren konnte.

Das eigentliche Problem liegt in der Sichtbarkeit: Traditionelle Portscans erfassen diese Sidecar-Services nicht zuverlässig, weil sie oft auf lokalen Schnittstellen oder speziellen Ports laufen, die nach aussen nicht sichtbar sind. Administratoren wissen daher häufig nicht, welche zusätzlichen Dienste tatsächlich in ihrer Infrastruktur aktiv sind. Dies schafft eine grosse Lücke in der Sicherheitsüberwachung.

Besonders kritisch wird die Situation, wenn solche versteckten Dienste standardmässig mit schwachen Sicherheitseinstellungen konfiguriert sind oder bekannte Schwachstellen aufweisen. Angreifer können diese Schwachstellen ausnutzen, um in Systeme einzudringen oder ihre Präsenz zu verbergen. Da die Services nicht regelmässig gescannt werden, bleiben solche Kompromittierungen oft lange unerkannt.

Für Administratoren und IT-Sicherheitsverantwortliche wird es notwendig, über klassische Scans hinaus zu gehen. Dies umfasst detaillierte Prozessüberwachung, Systemhärterung und die Dokumentation aller aktiven Services. Auch regelmässige Sicherheitsaudits sollten gezielt nach diesen Begleitdiensten suchen.

Für Schweizer KMU mit verteilten IT-Systemen ist dies besonders wichtig. Viele setzen containerisierte Anwendungen oder Cloud-basierte Lösungen ein, in denen solche Sidecar-Services häufig zum Standard gehören. Eine Überprüfung der eigenen Infrastruktur darauf, welche Services tatsächlich laufen, sollte Teil des Security-Audits sein. Nur so lässt sich verhindern, dass solche Dienste zu unbeabsichtigten Einfallstoren für Cyberangriffe werden.