Ein bedeutsamer Schritt in der Debatte um künstliche Intelligenz und Urheberrechte: Die US-Regierung hat eingegriffen und sich offiziell auf die Seite von OpenAI positioniert. Der Konzern ist derzeit mit der New York Times in einem Rechtsstreit verwickelt, der sich um die Frage dreht, ob das Training von KI-Modellen mit geschütztem journalistischen Inhalt erlaubt ist oder ob es eine Urheberrechtsverletzung darstellt.
Die Regierungsposition ist klar: Sie vertritt die Auffassung, dass das Training von Sprachmodellen mit urheberrechtlich geschütztem Material unter die Doktrin des «Fair Use» fällt. Dies ist ein etabliertes Rechtsprinzip in den USA, das bestimmte Formen der Nutzung geschützter Werke unter festgelegten Bedingungen erlaubt, besonders wenn sie transformativ sind oder einem grösseren öffentlichen Interesse dienen.
Darüber hinaus argumentiert die US-Regierung, dass KI-Modelle für nationale Sicherheit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit von strategischer Bedeutung sind. Ein zu restriktives Urheberrechtsregime könnte nach dieser Logik die USA in der globalen KI-Entwicklung benachteiligen und anderen Ländern einen Vorteil verschaffen.
Die Position der Regierung ist jedoch nicht unumstritten. Autoren, Journalisten und Content-Creator argumentieren, dass ihre intellektuelle Arbeit ohne angemessene Kompensation zur Trainierung konkurrierender Systeme herangezogen wird. Sie sehen darin einen wirtschaftlichen Schaden und eine Verletzung ihrer Urheberrechte.
Für europäische und Schweizer KMU und deren Berater ist diese Entwicklung relevant, da sie ähnliche rechtliche Debatten in der EU und Schweiz beeinflusst. Die europäische Regelung zu KI und Urheberrecht könnte deutlich restriktiver ausfallen. Es empfiehlt sich, die regulatorische Entwicklung zu beobachten, da unterschiedliche Standards zwischen USA und Europa zu Compliance-Herausforderungen für international tätige Unternehmen führen können.
