SpaceX überlegt, eine unkonventionelle Strategie zu verfolgen, um Trainingsdaten für seinen KI-Chatbot Grok günstiger zu beschaffen: Das Unternehmen denkt darüber nach, Kundendaten von insolventen Firmen zu kaufen. Dies würde eine kostengünstige Alternative zu lizenzgebührpflichtigen Datensätzen darstellen.
Während Datenakquisition für KI-Training normal ist, ist die geplante Herangehensweise ethisch fragwürdig. Die Daten stammen normalerweise von Privatpersonen, die mit dem ursprünglichen Unternehmen eine Beziehung hatten und nicht erwartet haben, dass ihre Informationen an einen KI-Konzern verkauft werden. Selbst wenn die Daten formal anonym oder aggregiert sind, entstehen Fragen zur Privatsphäre und Nutzererwartungen.
KI-Training benötigt riesige Datenmengen. Grosse Modellentwickler wie OpenAI, Google und Meta investieren Milliarden, um hochwertige und vielfältige Daten zu sichern. SpaceX als Neuer im KI-Markt sucht nach Wegen, Zeit und Kosten zu sparen. Der Kauf von Insolvenz-Kundendaten ist eine Taktik, die günstiger ist als Lizenzen zu verhandeln.
Allerdings gibt es regulatorische Herausforderungen: DSGVO, Schweizer Datenschutzgesetze und andere Regelungen schränken, wie persönliche Daten für neue Zwecke genutzt werden dürfen. Ein Datenkauf von Insolvenzunternehmen könnte gegen solche Gesetze verstossen, besonders wenn die ursprünglichen Nutzer nicht ihre Zustimmung gegeben haben.
Für Schweizer KMU ist dies ein warnendes Signal: Es zeigt, wie aggressiv grosse Tech-Konzerne mit Nutzerdaten umgehen können. Unternehmen sollten prüfen, wie ihre Kundendaten geschützt sind und in welche Szenarien (Unternehmensverkauf, Insolvenz) sie fallen könnten. Eine robuste Datenschutzpolitik wird immer wichtiger.
