Sicherheitsforensiker von Bürgerrechtsorganisationen haben nachgewiesen, dass hochmoderne Spionagesoftware gegen prominente Vertreter der serbischen Opposition eingesetzt wurde. Dabei kamen die Spionage-Tools Pegasus und NoviSpy zum Einsatz, die als besonders invasiv bekannt sind und Zugriff auf sämtliche Daten eines Zielgerätes ermöglichen.
Pegasus, entwickelt vom israelischen Unternehmen NSO Group, gilt als eines der gefährlichsten Spionage-Systeme der Welt. Die Software kann sich in Smartphones einschleusen, ohne dass der Benutzer dies bemerkt, und ermöglicht dann Überwachung von Kommunikation, Standortverfolgung und Zugriff auf persönliche Dateien. Der Einsatz gegen Oppositionelle und Aktivisten ist politisch äusserst problematisch, besonders wenn dies während Wahlkampfzeiten geschieht.
Die Ermittlungen zeigen ein koordiniertes Vorgehen, bei dem nicht nur einzelne Personen von Interesse waren, sondern auch Journalisten, Menschenrechtsverteidiger und Wahlbeobachter ins Visier genommen wurden. Ein solches Vorgehen unterminiert die Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft und stellt eine gravierende Menschenrechtsverletzung dar.
Die Europäische Union gerät durch diesen Fund in Zugzwang. Einerseits ist es ein europäisch geprägtes Demokratiemodell unter Beschuss, andererseits stellt sich die Frage nach Regulierung und Kontrolle von Spionagesoftware generell. Auch für Schweizer Unternehmen ist dies ein wichtiges Thema: Die Fähigkeit, kritische Infrastrukturen, Mitarbeiter und Kommunikation zu schützen, wird zunehmend zur grundlegenden Anforderung an IT-Sicherheit. KMUs sollten ihre Sicherheitsmassnahmen überprüfen und sicherstellen, dass Mobilgeräte, insbesondere die von Geschäftsführung und Mitarbeitern in sensiblen Positionen, angemessen geschützt sind.
