Die Halbleiterfertigung ist einer der kritischsten Bereiche der globalen Technologieproduktion. Während Länder wie Taiwan, Südkorea und die Niederlande dominierende Positionen haben, ist China trotz massiver Investitionen deutlich zurück. Ein Schlüsselfaktor dabei ist die EUV-Lithografie, die Technologie zum Druck feiner Strukturen auf Chips.
Zeiss SMT, ein deutsches Unternehmen, entwickelt die Optiken für ASMLs EUV-Belichter. Diese Maschinen sind essentiell für die Produktion moderner Hochleistungs-Chips mit Strukturgrössen unter 5 Nanometern. ASMLs Maschinen kosten mehrere hundert Millionen Euro und erfordern strenge Exportkontrollen. Viele westliche Länder verbieten oder beschränken den Export dieser kritischen Technologie nach China.
Der CEO von Zeiss SMT äussert sich zur Wettbewerbslage und sieht China mit einem Rückstand von mehr als 20 Jahren bei der EUV-Technologie. Das bedeutet, dass China mit aktuellen Mitteln frühestens in den 2040er Jahren bei Chip-Fähigkeiten mithalten könnte, die der Westen heute hat. Ein enormer technologischer Gap.
Dies hat mehrere Konsequenzen: Erstens kann China nur Chips mit älteren Technologien fertigen, was sie für moderne, leistungsintensive Anwendungen ungeeignet macht. Zweitens muss China Hochleistungs-Chips importieren, was geopolitischen Druck schafft und Abhängigkeiten erzeugt. Drittens investiert China massiv in Nachholforschung, was mittelfristig zu neuen Technologien führen könnte.
Für Schweizer Unternehmen und Industrien, die auf moderne Halbleiter angewiesen sind, ist dies eine wichtige geopolitische Realität. Die westliche Halbleiter-Dominanz ist ein Wettbewerbsvorteil, aber auch eine Achilleferse, falls geopolitische Konflikte zu Exportbeschränkungen oder Lieferunterbruch führen. Diversifikation und strategische Lagerbestände werden wichtiger.
