Deutschland investiert massiv in Rechenzentren-Infrastruktur. Mit dem Boom von Cloud-Computing, KI und Datenverarbeitung nimmt die Nachfrage nach Rechenzentrums-Kapazität exponentiell zu. Bisher fehlte jedoch ein systematischer Überblick über die Projekte, ihre Planung und ihre Auswirkungen. Das Online-Portal Frag den Staat, das sich der Informationsfreiheit widmet, hat dies geändert.
Durch Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz haben die Rechercheure Daten zusammengetragen, die zeigen, wo Rechenzentren geplant oder im Bau sind. Die Analyse offenbart mehrere wichtige Erkenntnisse. Erstens: Viele Gemeinden wissen nicht, dass grosse Projekte geplant sind, weil Informationen auf mehrere Behördenebenen verteilt sind. Zweitens: Es geht nicht wirklich um digitale Souveränität im klassischen Sinn, sondern eher um private Gewinne. Drittens: Der Stromverbrauch ist enorm und wird oft unterschätzt. Nach Angaben des Eco-Verbands verschwindet viel der erzeugten Wärme einfach als Abwärme, ohne genutzt zu werden.
Für IT-Dienstleister und Unternehmen, die Datenverarbeitung brauchen, ist diese Dokumentation wertvoll. Sie zeigt, wo neue Kapazität entsteht und wo es zu Engpässen kommen könnte. Gleichzeitig wird deutlich, dass der Ausbau nicht optimal koordiniert ist. Für langfristige IT-Infrastruktur-Planung sollten Unternehmen diese Entwicklungen im Blick behalten. Auch politisch ist es wichtig, dass Rechenzentren-Projekte transparent und nachhaltig geplant werden. Dies ist ein Bereich, wo IT-Dienstleister und ihre KMU-Kunden ein gemeinsames Interesse an besserer Governance haben.
