Eine Untersuchung von Sicherheitsforschern offenbart ein erhebliches Datenschutzproblem im Automotive-Sektor. Die Forscher haben 21 verschiedene Fahrzeugmodelle und 30 Hersteller-Apps getestet. Das Resultat ist klare: Fast sämtliche Apps übermitteln Daten über Fahrer und deren Fahrtverhalten an Drittfirmen, darunter bekannte Namen wie Google und Meta.

Dies stellt ein erhebliches Datenschutz- und Privatsphäreproblem dar. Fahrtdaten sind überraschend sensibel. Sie können preisgeben, wohin eine Person fährt, wie oft sie an bestimmten Orten verweilot, ihre Fahrtgewohnheiten, und möglicherweise sogar Informationen über finanzielle Bedürfnisse oder persönliche Vorlieben. Wenn diese Daten an Werbekonzerne gelangen, können sie für Profilbildung und Zielgruppierung verwendet werden.

Die Weitergabe an Meta und Google erfolgt typischerweise für Analyse- und Werbezwecke. Nutzer geben diesen Weitergaben oft unbewusst zu, wenn sie den Nutzungsbedingungen der Hersteller-Apps zustimmen, ohne die Implikationen vollständig zu verstehen.

Für Betriebe, die Flottenfahrzeuge einsetzen oder deren Mitarbeiter geschäftliche Fahrzeuge nutzen, entsteht ein zusätzliches Risiko. Geschäftsfahrten können sensible Informationen über Geschäftspartner, Kunden oder Standorte preisgeben. Datenschutzverantwortliche in Unternehmen sollten sich dieser Problematik bewusst sein und mit ihren Flottenmanagementsystemen klären, welche Daten weitergegeben werden. Es ist ratsam, sich mit den Datenschutzrichtlinien der Fahrzeughersteller auseinanderzusetzen und, wenn möglich, die Datenerfassung auf das Notwendigste zu begrenzen. Gleichzeitig sollten Mitarbeiter sensibilisiert werden, dass Fahrzeugdaten ähnlich behandelt werden sollten wie andere geschäftskritische Informationen.