TSMC, der weltgrösste spezialisierte Halbleiter-Hersteller, plant eine signifikante Expansion seiner Präsenz in den USA. Nach der bereits laufenden Investition in Arizona kündigt das Unternehmen nun einen zweiten amerikanischen Produktionsstandort an. Diese Strategie hat sowohl geopolitische als auch geschäftliche Hintergründe.
Die Entscheidung, in den USA zu investieren, folgt einer weltweiten Neuausrichtung der Halbleiter-Lieferketten. Die USA und andere westliche Länder haben versucht, sich weniger abhängig von der Chipproduktion in Taiwan zu machen. TSMC, das den Löwenanteil der globalem Halbleiter-Produktion mit hochmodernen Prozessanforderungen durchführt, stand daher unter geopolitischem Druck, seine Kapazitäten zu diversifizieren. Diese Diversifikation soll die Versorgungssicherheit erhöhen und geopolitische Risiken mindern.
Das neu geplante Werk in den USA wird erhebliche Investitionskosten verursachen. Erste Berichte deuten darauf hin, dass der zweite Standort sogar noch kostspieliger in der Errichtung sein wird als die Arizona-Fabrik, die bereits mehrere Milliarden Dollar kostet. Die höheren Kosten können sich aus den Standortbedingungen, dem Energiepreis, den Arbeitskräften oder den neuen Technologiestandards ergeben, die in diesem Werk integriert werden sollen.
Für die globale Technologie-Industrie bedeutet dieser Schritt längerfristigen Mehrwert: Eine diversifiziertere Halbleiter-Produktion könnte die zukünftige Chipverfügbarkeit stabilisieren. Für KMU in der europäischen und schweizer Technologie-Industrie könnte dies mittelfristig zu besserer Verfügbarkeit kritischer Halbleiter und weniger starker Abhängigkeit von Taiwan führen. Allerdings werden die zusätzlichen Produktionskosten an irgendeiner Stelle entlang der Lieferkette zu tragen sein, was möglicherweise zu höheren Chippreisen führt.
