Ein Betrugfall verdeutlicht die wachsenden Probleme beim Handel mit wertvollen IT-Hardware: Ein deutscher Käufer erwarb eine Nvidia RTX 5090 Grafikkarte für 1800 Euro, wollte diese dann einbauen und stellte fest, dass die Karte überhaupt nicht funktionierte. Eine Untersuchung offenbarte den Grund: GPU und RAM waren professionell ausgebaut und entfernt worden. Zurückgeblieben war eine leere Platine im Original-Verpackung.

Diese Art von Betrug ist nicht isoliert. Teure Grafikkarten, insbesondere High-End-Modelle wie die RTX 5090, sind besonders attraktiv für organisierte Betrüger. Die ausgebauten Komponenten lassen sich auf anderen Märkten weiterverkaufen, und die entkernte Karte wird in einem täuschend echten Verpackungsmaterial mit Originalzertifikat zurückverkauft. Der technische Aufwand zum Ausbau der Chips ist professionell und erfordert spezialisiertes Equipment.

Grafikkarten sind gegenwärtig besonders wertvoll, da sie für Datencentern, High-Performance-Computing, Gaming und maschinelles Lernen benötigt werden. Die Preise für High-End-Modelle sind entsprechend hoch, was Betrüger anzieht. Der Fall zeigt auch, dass der Verkäufer effektiv vorgetäuscht hat, die Karte sei neu und unbeschädigt.

Für Käufer solcher hochpreisigen Komponenten ergeben sich mehrere Lektionen: Online-Marktplätze ohne Verifikation von Verkäufern sind riskant. Seriöse Quellen wie autorisierte Distributoren, etablierte Elektronik-Einzelhandelsketten oder zertifizierte Wiederverkäufer bieten deutlich mehr Schutz. Beim Erhalt sollten Hardware-Komponenten sofort überprüft werden. Für Schweizer Unternehmen, die Grafikkarten für Server oder Workstations einkaufen, ist es wichtig, Supply-Chain-Risiken zu minimieren und nur von vertrauenswürdigen Quellen zu beziehen.